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Linde Marketperformer


15.11.2002
LB Baden-Württemberg

Der Analyst Ralph Herre von der Landesbank Baden-Württemberg stuft die Aktie der Linde AG (WKN 648300) unverändert mit Marketperformer ein.

Die Ergebnisentwicklung im laufenden Geschäftsjahr dürfte durch das immer noch ungünstige konjunkturelle Umfeld weiterhin geprägt bleiben. Ferner gehe man von einem zunächst fortbestehenden negativen US-Dollar-Währungseffekt aus. Als Folge der noch unsicheren weltwirtschaftlichen Lage und mit Blick auf die Probleme im Gabelstaplerbereich gehe Linde bei seiner Prognose für 2002 immer noch von einem Umsatz auf Vorjahresniveau sowie einem Rückgang des operativen Ergebnisses sowie des adjustierten Nettoergebnisses aus.

Neben dem früheren Problembereich Kältetechnik, von dem man ein ausgeglichenes Ergebnis erwarte, zeichne sich in der Sparte Material Handling, ausgelöst durch eine schwächere Nachfrage und einem anhaltend starken Preiskampf im Gabelstaplergeschäft, ein deutlicher Ertragsrückgang ab. Für das Gasgeschäft erwarte man, aufgrund der noch nicht vollständig ausgeschöpften Synergien sowie der eingeleiteten Kostenmaßnahmen, einen leichten Zuwachs im Umsatz und Ertrag. Ebenfalls eine geringe Ertragssteigerung prognostiziere man für das Anlagenbaugeschäft.


Nach Erachten der Analysten könne jedoch die gute Marktpositionierung im Anlagenbau sowie die stabile Ertragssituation im Industriegasgeschäft die konjunkturell bedingten Schwierigkeiten in den Bereichen Kältetechnik und Material Handling nicht kompensieren. Insgesamt würden sie im Gegensatz zum Konzernmanagement für 2002 von einer schwächeren Umsatzentwicklung sowie einem signifikant niedrigeren operativen Ergebnis ausgehen. Als Folge des für 2002 um 77 Mio. Euro niedriger prognostizierten EBITDA gehe man von einem Rückgang des bereinigten Nettoergebnisses um 44 Mio. Euro auf 202 Mio. Euro aus. Aufgrund eines aus der Veräußerung von Anteilen an der Dresdner Bank AG realisierten außerordentlichen Ertrags von 165 Mio. Euro erwarte man in 2002 beim Nettoergebnis einen Anstieg um 121 Mio. Euro auf 367 Mio. Euro.

Obwohl derzeit für 2003 noch keine spürbare Konjunkturverbesserung zu erkennen sei, sollte Linde begünstigt durch die bis 2004 eingeleiteten Kosteneinsparungen von 150 Mio. Euro im Gasgeschäft, 100 Mio. Euro im Materialhandling sowie 25 Mio. Euro im Bereich Kältetechnik im Ertrag wieder zulegen können. Während man für das EBITDA einen Anstieg um 4% auf 1 501 Mio. Euro erwarte, sollte sich das zusätzlich von einem verbesserten Finanzergebnis profitierende bereinigte Nettoergebnis um knapp 20% auf 243 Mio. Euro steigern lassen.

Durch die langfristig positiven Wachstumsperspektiven bei Industrie- und Medizingasen sowie der Top-Positionierung im Anlagenbau habe Linde die Fähigkeit, auch in einem ungünstigen wirtschaftlichen Umfeld vergleichsweise stabile Ergebnisse zu erwirtschaften. Neben einem hohen Kostenbewusstsein sowie der Möglichkeit von einer in 2003 erwarteten konjunkturellen Erholung und einem neuen Management profitieren zu können, weise der Konzern eine hohe Substanz sowie verbesserte Bilanzrelationen auf.

Angesichts des in 2002 erwarteten Ertragrückgangs sowie der im Branchenvergleich moderaten Bewertung behalten die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg ihre Einstufung der Linde-Aktie als Marketperformer bei.




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